
Als Teil der Verkehrs- und Industriegeschichte Deutschlands wird der Erhalt von historischen Eisenbahnfahrzeugen und Eisenbahnstrecken auch abseits der Großstädte und der großen Verkehrsknoten heute von vielen Museen und Museumseisenbahnen wahrgenommen. Neben regelspurigen Eisenbahnen sind auch vereinzelt Relikte schmalspuriger Eisenbahnnetze erhalten geblieben. Die lebendige Darstellung historischen Eisenbahnverkehrs nimmt dabei immer größeren Raum ein. Die meisten historischen Eisenbahnen arbeiten mit ehrenamtlichem Personal und sind mit ihren Aufgaben ausgelastet, wogegen den öffentlichen Haushalten oft der finanzielle Spielraum zum Übernehmen dieser Aufgaben fehlt.
Die Stiftung Rheinisches Kleinbahnmuseum Selfkantbahn soll deshalb den Erhalt von Anlagen und Betriebsmitteln unterstützen, um den Betrieb des historischen Eisenbahnverkehrs abseits der großen Hauptstrecken und Magistralen auch in Zukunft anschaulich darstellen zu können. Die erhaltenen und rekonstruierten Anlagen der früheren Geilenkirchener Kreisbahnen - heute bekannt als
Selfkantbahn - sollen als Zeitzeugen der über 125-jährigen Verkehrsgeschichte beispielhaft den interessierten Bürgern und den Eisenbahnern der Selfkantbahn für die Durchführung historischen Eisenbahnverkehrs im Ländlichen Raum des Rheinlandes zur Verfügung stehen.

Die Stiftung soll zur Förderung und touristischen Stärkung des Kreises Heinsberg, insbesondere im Bereich der Selfkantbahn, beitragen, und soll den europäischen Gedanken durch touristische und kulturelle Zusammenarbeit fördern, hier am Beispiel mit den Nachbarländern Niederlande und Schweiz. Eine Zusammenarbeit mit den ähnliche Ziele verfolgenden Institutionen wird unterstützt. Die Stiftung fördert den Erhalt und die Rekonstruktion von technisch und historisch wertvollen Fahrzeugen, Eisenbahnanlagen und Gebäuden, insbesondere der ländlich geprägten ehemaligen Klein- und Nebenbahnen im Einzugsbereich des Rheins. Sie stützt sich dabei auf die bisher zusammengetragene Sammlung der Selfkantbahn mit Exponaten und betriebsfähigen Fahrzeugen exemplarisch aus Baden, dem Rheinland und aus Graubünden (Schweiz). Durch die betriebsfähige Unterhaltung der historischen Eisenbahnstrecke sol

l auch die alte Arbeitswelt der Eisenbahnen, insbesondere der ländlichen Kleinbahnen, dargestellt und präsentiert werden. Dazu zählen auch die Bewahrung und Weitergabe der handwerklichen Tätigkeiten und die Ausbildung der Betriebsbediensteten, die für die Unterhaltung und Restaurierung der Bahnanlagen und Fahrzeuge notwendig sind.
Die Stiftung strebt eine Zusammenarbeit mit ansässigen, gemeinnützigen Körperschaften zur Förderung arbeitsmarkt- und sozialpolitischer Beschäftigungsprojekte an. Der Aufbau einer Infrastruktur und eines Betriebes, sowie der dazu notwendigen Betriebsmittel soll im besonderen Maße ermöglichen, Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen, um sowohl alte wie auch moderne Arbeitsmethoden im Eisenbahnwesen vermitteln zu können.
Die Stiftung soll private und öffentliche Gelder sammeln, um damit diesen wesentlichen Teil der Verkehrs- und Sozialgeschichte für die nachfolgenden Generationen dauerhaft zu erhalten und lebendig zu präsentieren.
Gründungsprospekt der Stiftung
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